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Spiel 15: EHC Bülach vs EHC Basel

Der EHC Basel übernimmt nach Sieg in Bülach Tabellenführung

(Bericht: Reto Büchler, Foto: Casper Thiriet)

Der EHC Basel gewinnt auswärts gegen den EHC Bülach mit 1:3 und übernimmt damit aufgrund der Heimniederlage von Seewen gegen Arosa die Tabellenführung. Gegenüber der Niederlage am letzten Samstag in Thun stellte Christian Weber drei der vier Sturmlinien um. Einzig bei der ersten Linie mit Lanz Alihodzic und Sablatnig fand keine Änderung statt. Zudem begann Guggisberg statt Haller im Tor.

Letzter Pass zu ungenau

Obwohl vor einem Monat Gegner Bülach mit einem «Stängeli» nach Hause geschickt wurde, durfte man in diesem Auswärtsspiel auf der offenen Eisbahn einen engeren Ausgang der Partie erwarten, was dann auch wirklich eintraf. Basel begann zwar spielbestimmend, ganz klare Tormöglichkeiten konnten die Gäste jedoch nicht herausspielen. Zwar kombinierten die Basler gekonnt in das gegnerische Drittel, der letzte Pass war jedoch zu ungenau oder der störende bzw. auf Abpraller lauernde Mitspieler vor Torhüter Messerli fehlte. Da machten es die Zürcher etwas besser, die zwar viel weniger Spielanteil hatten, aber den direkteren Zug auf das Tor suchten. So hatte Guggisberg mehr zu tun als sein Gegenüber.

Nach Führungstor ein Gang zurückgeschaltet

Nach dem torlosen Startdrittel wurde mehr von den Nordwestschweizern erwartet, was die Mannschaft zumindest am Anfang des Abschnitts zeigte. Man übte da sofort Druck aus, Zubler schoss in der Folge nach Vorlage von Rexha mit einem harten Schuss sein Team in Führung. Kurz darauf verpasste Schnellmann mit seinem Abschluss knapp am Tor vorbei den Doppelschlag. Auch Terzago und Schwarzenbach hatten weitere gute Möglichkeiten, wobei der Elan der ersten Minuten leider rasch vorbei war. So konnte Bülach die Partie wieder ausgeglichener gestalten und insbesondere in den zwei Überzahlsituationen Guggisberg gut beschäftigen, der jedoch nichts anbrennen liess.

Im Schlussdrittel präsenter vor dem Tor

In den letzten 20 Spielminuten übte Basel mehr Druck auf das Gegentor aus. Mehr Zweikämpfe wurden gewonnen und die Präsenz vor Torhüter Messerli, der einen grossen Anteil hatte, dass die Partie lange offen blieb, war nun augenfälliger. Das zweite Basler Tor war dieser Präsenz geschuldet, als Sablatnig einen Abpraller von Messerli im Nachschuss verwertete. Basel wirkte nach diesem Tor befreiter, erhielt jedoch nach einem Scheibenverlust im eigenen Drittel den Anschlusstreffer durch Bülachs Bestplayer Figi. Basel reagierte jedoch sofort  und hatte durch Schwarzenbach und Rexha gute Möglichkeiten. Kiss nach Vorarbeit Blaser erlöste dann Basel drei Minuten vor Spielende mit dem 1:3.

Es folgen nun zwei Heimspiele am Samstag gegen Martigny (17:30 Uhr) und am nächsten Dienstag gegen Arosa (20:15 Uhr).

 EHC Bülach - EHC Basel 1:3 (0:0, 0:1, 1:2)

 Sportzentrum HIrslen, Bülach ZH – 171 Zuschauer

Schiedsrichter: Lars Arpagaus; Marc Dittli, Sven Sprenger

Strafen: 3 mal 2 Minuten gegen Basel. 4 mal 2 Minuten gegen Bülach.

Schüsse aufs Tor: Basel: 38 – Bülach: 24 (13:10, 9:6, 16:8)

Bestplayer Saison: Basel: Schwarzenbach; Bülach: Figi

Bestplayer Spiel: Basel: Rexha; Bülach: Messerli.

Tore: 22. Zubler {3} (Rexha {9}, Berger {10}) 0:1. 50. Sablatnig {6} (Molina {3}, Büsser {7} 0:2. 54. Figi {8} (Braus {2}) 1:2. 57. Kiss {2} (Blaser {3}, Himelfarb {12}) 1:3.

Bemerkungen: 60. Timeout Bülach.

EHC Basel: Guggisberg (ET: Haller);  Wieszinsky, Blaser; Zubler, Steinmann; Büsser, Molina; Bachofner; Lanz, Alihodzic, Sablatnig; Berger, Himelfarb, Terzago; Schwarzenbach, Rexha, Marbot; Sahli, Kiss, Schnellmann; Studer. Headcoach: Christian Weber; AC: Adrien Plavsic. Abwesend: Cordiano, Smlth, Cavalleri, Nater.

EHC Bülach: Messerli (ET: Locher) ; Hintermann, Rubin; Kälin, Halberstadt; Posch, Franzoni; Bachmann; Figi, Ottiger, Braus; Andersen, Diem, Schmid; Thöny, Bardh, Greuter; Lenart Epprecht. Headcoach: Ramon Schaufelberger.

Weitere Spiele: Lyss – Huttwil 3:2. Thun – Düdingen 3:0. Dübendorf – Chur 3:0. Seewen – Arosa 2:3.

Tabelle: 1. Basel 15 Spiele/32 Punkte. 2. Seewen 16/31. 3. Huttwil 16/31. 4. Dübendorf 16/31. 5. Arosa 14/25. 6. Martigny 15/24. 7. Lyss 16/22. 8. Chur 16/22. 9. Thun 16/20. 10. Düdingen 16/20. 11. Bülach 16/17. 12. Wiki-Münsingen 16/7.

Vorsaison-Interview mit Headcoach Christian Weber

Seit April des letzten Jahres ist Christian Weber Trainer beim EHC Basel. Die vergangene Spielzeit konnte der gebürtige Dübendorfer mit dem EHC Basel nicht fertig spielen, die Gründe sind bekannt. Jetzt steht eine neue Saison vor der Tür, heute Abend findet das erste Testspiel statt.

C. T.: Diese Woche haben Sie mit den Trainings auf dem Eis begonnen, wie ist es bisher gelaufen?

C. W.: Was man nicht weglassen kann ist, dass wir sehr viele neue Spieler haben. Wir hatten Spieler mit Verträgen, die aber aufgrund der Corona-Situation arbeiten gegangen sind und dort gute Möglichkeiten bekommen haben. Viele Spieler, die nicht aus der Region waren, haben dann dort ihre Chancen wahrgenommen. So viele Wechsel waren sicher nicht vorgesehen und das haben wir auch nicht erwartet.

Das was wir jetzt machen, ist Teambuilding - das ist extrem wichtig. Wir sind so viel wie möglich zusammen und sind dran, die ganzen Abläufe und das System einzutrainieren. Wir müssen wieder von vorne anfangen. Auch, um die neuen Spieler in das System zu integrieren. Es ist noch früh, um Schlussfolgerungen zu ziehen. Wir sind seit Montag täglich auf dem Eis und jeder kann sich zeigen und erhält Chancen. Das ist das, was wir auch in den nächsten vier bis fünf Wochen machen. Wir sind noch nicht bei den definitiven Linien oder Block-Zusammenstellungen. Das werden wir kurz vor Saisonstart machen, wo wir eine Standortbestimmung machen damit wir gut in die Saison starten können.

Morgen ist das erste Spiel in Thurgau, auf was freuen Sie sich am meisten?

Dass es endlich wieder um etwas geht. Mein letzter Ernstkampf war im Oktober, ich vermisse das Adrenalin. Man trainiert, um in den Ernstkämpfen zu sehen, für was man trainiert hat. Eishockey war bei mir im Sommer zwar immer präsent - ich habe noch nie so viele Spiele im Fernsehen geschaut - aber das Adrenalin und der Wettkampf hat mir gefehlt. Darauf freue ich mich am meisten, dass es wieder um etwas geht. Der Sommer war extrem hart für mich.

Verglichen mit anderen Teams aus der Liga haben wir ein relativ strenges Testspielprogramm, mit was für einem Gefühl gehen Sie in diese Phase?

Das strenge Programm hat zwei Gründe. Zum einen, weil viele Spieler den letzten Ernstkampf im Oktober hatten. Diese Spieler müssen wieder in einen Rhythmus kommen. Zum anderen ist es wegen den vielen neuen Spielern. Wir brauchen Spiele, um zu sehen, ob sie sich auch auf dem Eis erstehen. Das ist nicht vergleichbar mit den Trainings. Wir müssen schauen, wo wir die Hebel ansetzen und wo eventuell Probleme entstehen.

Vor allem aber wollten wir gegen gute Mannschaften spielen. Wie reagieren die Spieler unter Druck? Ich glaube wir haben ein starkes Team und müssen uns vor nichts verstecken. Deshalb wollten wir gegen die bestmöglichen Gegner spielen. Wir wollen sehen wie die Spieler unter Druck in den speziellen Situationen wie Über- oder Unterzahl reagieren, denn die Spiele werden vor allem dort entschieden. Da werden die Spieler ihre Möglichkeiten erhalten und am Schluss sehen wir, welche Spieler eben in diesen Spezialsituationen eingesetzt werden. Deshalb haben wir es als nötig angesehen, dass wir so viel Spiele ansetzen.

In dieser Saison ist auch ein neuer Assistenztrainer an ihrer Seite. Wie läuft es mit dem Trainerduo?

Adrien und ich kennen uns ja schon lange – ich habe mit ihm in Zürich gespielt und wir sind zusammen Meister geworden. Wir hatten über die Jahre bei unseren verschiedenen Stationen immer wieder Kontakt miteinander. Auch als wir zusammen gespielt haben, war Hockey immer unser Thema. Es passt und wir funktionieren miteinander. Er kommt auch gut bei den Spielern an. Er hilft mir sehr und kann mir einige Dinge abnehmen. Als Weltklasse-Verteidiger ist es logisch, dass er für die Verteidiger bei uns verantwortlich ist. Er kann unseren Verteidigern sehr viel beibringen. Er ist mir eine grosse Hilfe.

Wo sehen Sie aktuell noch eine Baustelle im Team?

Es ist noch zu früh, um solche Schlüsse zu ziehen. Wir wollen, dass die Spieler verstehen, was für ein System wir spielen möchten. Deshalb müssen wir auf die Spiele warten, um zu sehen, ob die Spieler das auch verstanden haben. Es ist ein Fortlaufender Prozess – Was die Spieler an den Spielen nicht verstanden haben wir dann im Training nochmals besprochen.

Das erste Testspiel ist am 6. August in Weinfelden gegen den HC Thurgau.

Was meinen Sie, wie geht das Spiel heute Abend aus?

Wir wollen gewinnen, das ist klar. Wir gehen an jedes Spiel, um zu gewinnen, sonst müssten wir gar nicht gehen. Klar, Thurgau ist ein Top 7 Swiss League Team, aber wir wollen unser Hockey spielen. Ich möchte das sehen, was wir bis anhin trainiert haben. Auch Thurgau ist erst mit dem Eistraining gestartet. Ich habe ein gutes Gefühl, die Mannschaft ist gut drauf und wir haben auch keine Verletzten. Morgen schonen wir den einen oder anderen.

Ein konkretes Ergebnis wollen Sie aber nicht sagen?

Nein, kein Tipp. Ich weiss wo wir stehen und was wir gemacht haben, und das möchte ich sehen.

Herzlichen Dank für Ihre Zeit!

(Interview: Casper Thiriet)

Das Interview mit Headcoach Weber vom Mai 2020:

Das Video-Interview an seinem Stellenantritt im April 2020.